Über Sascha Thoma

Serviceberater bei Truma

Unterschiede Gasflasche und „Tankflasche“

(nach DIN EN 1949, DIN EN 12979 und G 607)

Gasflasche

Merkmale: Gasflaschen haben in der Nähe des Griffes oder auf dem Griff ein eingeprägtes π.

Befestigung: Aufrechte Lage, mit Gurten befestigt, von Hand zu lösen.

Befüllung: darf nur vom Fachhandel durchgeführt werden. Leere Flaschen werden gegen volle getauscht.

Entnahme: erfolgt entweder über einen einfachen Flaschenregler + Niederdruckschlauch + starre Verrohrung oder über einen Hochdruckschlauch mit SBS + MonoControl CS / DuoControl CS + starre Verrohrung.

Tankflasche

Der Begriff „Tankflasche“ ist bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Per Definition gibt es keine Tankflaschen. Es ist entweder eine Flasche, oder ein Tank. So genannte „Tankflaschen“ gelten als Gastank.

Merkmale: „Tankflaschen“ haben die π-Kennung nicht, dafür aber neben dem Entnahme-Ventil ein Befüll-Ventil.

Befestigung: „Tankflaschen“ gelten als Gastanks und unterliegen auch den Einbauvorschriften für Tanks. Das bedeutet: Tankbefestigungen müssen längs zur Fahrtrichtung mit 20 g, quer zur Fahrrichtung mit 8 g belastbar sein. Das setzt voraus, dass ein Halterahmen für „Tankflaschen“ eine feste und kraftschlüssige Verbindung mit dem Fahrgestell des Trägerfahrzeuges eingehen muss. Eine einfache Verschraubung im Gaskasten des Fahrzeuges hält den angeforderten Kräften nicht stand. „Tankflaschen“ benötigen im Halterahmen eine feste Fixierung, die ausschließlich mit Werkzeug zu lösen ist.

Befüllung: über einen vorgeschriebenen Befüll-Außenanschluss wird an einer LPG-Tankstelle der Vorrat aufgefüllt. Die „Tankflasche“ bleibt dabei im Gaskasten und der Gaskasten geschlossen.

Entnahme: muss über einen speziellen Tankregler erfolgen. Aus unserem Hause ist das die MonoControl CS T (inkl. Gasfilter und Anschlussadapter). Eine automatische Umschaltfunktion ist dabei nicht umsetzbar.

Good2know: der LevelControl kann nur mit Gasflaschen verwendet werden. Bei Tankflaschen lenkt das „Innenleben“ das Ultraschallsignal ab.

Combi-Heizung im Winter mit oder ohne Wasser nutzen?

Als Camper stellt man sich zur Wintersaison Fragen wie: „Wie stelle ich sicher, dass mir das Wasser in der Heizung oder im Fahrzeug nicht einfriert, wenn ich tagsüber nicht vor Ort bin?“ oder „Kann ich auch ohne Wasser im Boiler mein Wohnmobil oder Caravan heizen?“.

Beide Fragen beantworten wir in diesem Artikel.

Wenn Ihr mit Eurem Fahrzeug im Winter unterwegs seid, könnt Ihr passend zu Euren Bedürfnissen zwischen den genannten Optionen wählen. Beides ist möglich, solange die Bedienung des Gerätes entsprechend angepasst wird.

Option 1: Ist Euer Wohnmobil oder Wohnwagen mit Frischwasser befüllt, sollte auf jeden Fall die Heizung durchgehend aktiv bleiben. Solange der Frostwächter der Combi, das FrostControl (FC), einer Raumtemperatur von >3°C ausgesetzt ist, bleibt es geschlossen und das Wasser bleibt im System. Wichtig ist hierbei, dass die Temperatur direkt am FC gemessen wird. Erfahrungsgemäß ebenso wichtig ist, dass bei geöffnetem FC vorrangig nur das Wasser aus der Combi läuft. Ob auch der Frischwassertank und alle Wasserleitungen leerlaufen, hängt von der Installation der Wasserversorgung durch den Fahrzeughersteller ab. Es kann also, muss aber nicht so sein. Das solltet Ihr vor Reisebeginn in Ruhe prüfen.

Als niedrigste Raumtemperatur kann man 5°C am Bedienelement der Heizung einstellen. Reicht das zur Erwärmung des FC nicht aus, weil dieses weiter entfernt von der Combi oder einem Warmluftrohr installiert wurde, sollte eine höhere Raumtemperatur-Anforderung eingestellt werden. Dies ist beim CP plus ab 5°C in 1°C-Schritten möglich. Hier einfach langsam an einen passenden Wert herantasten. Beim CP classic, mit den zwei Drehrädchen, entspricht Stufe 1 ebenfalls ca. 5°C, Stufe 5 entspricht ca. 30°C. Die anderen Stufen verteilen sich entsprechend dazwischen. Stufe 2 sollte somit reichen, um das FC geschlossen zu halten.

Ist der Einbauraum des FrostControl zu weit von der Heizung entfernt oder vollkommen unbeheizt, kann bei unseren Vertragshändlern ein separates Heizelement für das FC erworben werden.

Option 2: seid Ihr ohne Wasser im System unterwegs, kann die Combi ebenfalls betrieben werden. Wichtig dabei ist lediglich, als Anforderung an die Combi ausschließlich die Raumerwärmung einzustellen. Das Programm Wassererwärmung muss inaktiv bleiben. Stellt sicher, dass der Wasserbehälter der Combi korrekt entleert ist. Restwasser in der Combi kann sehr schnell sehr heiß werden. Der dadurch entstehende Wasserdampf kann die Temperatursensoren der Heizung irritieren und zu einer Warnmeldung „Wasser-Übertemperatur erkannt“ führen. Deswegen empfehlen wir, das FC bei einer solchen Nutzungsweise geöffnet zu lassen. Bei einer kurvenreichen Fahrt kann das Wasser so aus jeder Ecke der Frischwasserversorgung den Ausgang finden. Optional kann man mit leichter Druckluft oder einem übergestülpten und befülltem Luftballon an den geöffneten Wasserhähnen nachhelfen.

Bitte beachtet: wir empfehlen beide Betriebsarten nur auf einer Reise. Der Betrieb der Heizung in einem der angegebenen Optionen über Monate soll vermieden werden. Grund hierfür ist, dass diese Nutzungsart nicht dem Verwendungszweck eines Gerätes für den Camping-Bedarf entspricht. Zudem kann sich, bei ungünstigen Bedingungen, Kondenswasser im Abgasrohr sammeln und den einwandfreien Betrieb der Heizung stören.

Mit diesen Tipps seid ihr, auch bei kalten Außentemperaturen, bestens gewappnet.  Wir wünschen einen schönen Winterurlaub.

Reset-Funktion am CPplus

Über den abgebildeten Schraubenschlüssel im unteren rechten Bereich auf dem Display kommt man in das Einstellungs-Menü des CPplus-Bedienelementes. Und genau hier findet man den Menüpunkt „Reset“. Vielen ist aber dessen Funktion unbekannt.

Im Auslieferungszustand des CPplus ist das Gerät bezüglich der zu steuernden Geräte noch vollkommen unbeschrieben. Der Gerätespeicher ist leer. Während des Fahrzeugausbaus beim Wohnwagen- oder Reisemobil-Hersteller, wird die Fahrzeugtechnik Schritt für Schritt in den Aufbau implementiert und irgendwann ist auch das Gasversorgungs- und Heizungs- und Klimatisierungssystem aus unserem Hause installiert. Um nun alle Truma-Geräte bedienen und überwachen zu können, muss abschließend der Gerätespeicher im CPplus befüllt werden. Und dazu dient die Reset-Funktion. Durch drücken des Bedienknopfes, wenn „RESET“ auf dem Display angezeigt wird, aktiviere ich diese Funktion und „PRSET“ erscheint. Durch erneutes drücken des Bedienknopfes wird der Gerätespeicher gelöscht. Hiernach erscheint „INIT“, es werden nun alle mit einem TIN-Kabel an das CPplus angeschlossenen und zum Zeitpunkt der Initialisierung mit Spannung versorgten Geräte in den Gerätespeicher des CPplus hinein geschrieben. Ab diesem Zeitpunkt erst können Sie mit dem Bedienelement gesteuert werden. Alle zu den Geräten gehörenden Symbole sind dann auf dem Display hinterlegt und anwählbar.

Beachten solltet Ihr hierbei, dass ein Reset niemals zum Zurücksetzen eines Fehlercodes dient. Meldet zum Beispiel die Heizung einen Gasfehler ( E506H, E516H oder E517H), dann wird mit dem Reset automatisch die Steuerelektronik der Heizung für 15 Minuten gesperrt. Wird ein Reset bei der Warnmeldung W255H, welche ja aussagt, dass das Bedienelement den Kontakt zur Heizung verloren hat, aktiviert, dann wird das CPplus wieder in den Auslieferungszustand ohne angeschlossene Heizung versetzt. Hier sollte zuerst die Spannungsversorgung der Heizung und das TIN-Verbindungskabel zur Heizung geprüft werden.

Vorsicht bei Zubehör aus dem 3D-Drucker

Aus gegebenem Anlass wollen wir Euch darauf hinweisen, dass in vielen Online-Portalen und Handels-Plattformen Zubehör-Produkte und 3D-Dateien zur Fertigung von Bauteilen angeboten werden, die die Funktion unserer Truma-Geräte vermeintlich verbessern oder Nebenerscheinungen beheben sollen. Diese Produkte mögen nützlich erscheinen und vielleicht von guter Qualität sein, aber sie sind meistens weder von uns geprüft, noch autorisiert oder zugelassen worden .

Ein Beispiel hierfür ist das als Abtropf-Lippe / Dripguide oder Kondenswasser-Ablauf genanntem Produkt zur Montage an den Kamin der Combi-Heizung. Es stammt nicht aus unserem Hause und dessen Montage bringt als nicht zugelassene Veränderung des Gerätes sogar die Betriebserlaubnis und Gewährleistung zum Erlöschen.

Wie in unseren Bedienungsanleitungen und den Einbauanweisungen beschrieben, darf kein sicherheitsrelevantes Bauteil verändert werden. Der Seitenwandkamin und dessen einzelnen Bauteile gehören aber zu diesem Bereich. Nach einer solchen Veränderung darf das Gerät aus rechtlicher Sicht nicht mehr in Betrieb genommen werden. Wechselwirkungen mit dem Zubehörprodukt sind unbekannt.

Vergleichbar ist dieser Umstand vielleicht mit der Montage einer Sportabgasanlage für einen PKW: existiert zu der Anlage kein Gutachten oder keine ABE, in welchem das Fahrzeugmodell nicht explizit erwähnt wird, dann darf man diese ebenfalls nicht anbauen. Die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr ist untersagt. Wird man erwischt, macht man sich mit dem „Fahren ohne Betriebserlaubnis“ ebenfalls angreifbar. Der Weg zum TÜV und ein Bußgeld ist die Konsequenz daraus.

Bei oben genannten Zubehörteilen wird weder erwähnt, ob das verwendete Material die am Seitenwandkamin anliegenden Temperaturen aushält, noch wird sichergestellt, dass die zwingend notwendigen Öffnungen für die Verbrennungsluftansaugung und die Abgasentsorgung irgendwie beeinflusst werden. In solchen Fällen kann zum Beispiel wegen einer falsch zugeführten Sauerstoffmenge oder verringertem Querschnitt der Abgasöffnung der Brenner eurer Heizung nicht korrekt arbeiten und es kommt zu Fehlermeldungen im Heizbetrieb.

Schlimmstenfalls kann es zu Schäden am Fahrzeug kommen, wenn beispielsweise das Material des Zubehörteiles nicht für die Temperaturen am Seitenwandkamin ausgelegt war.

Also wendet Euch bitte im Zweifel an das Truma Service Center, unsere Vertragshändler oder Servicepartner. Hier könnt ihr klären, ob solch ein Zubehörteil aus unserer Produktion kommt und ob es bezüglich dessen Funktion oder der Einwirkung auf eine bestehende Zulassung berechtigte Einwände bestehen.